Tja, vor kurzem hab ich angefangen, Gedichte zu schreiben. Einfach so, aus Spaß, aus Langeweile, weil ich gerade passende Gedanken hatte... Ich weiß nicht genau, warum. Vielleicht wollte ich es auch einfach mal versuchen ;-) Auf jeden Fall habe ich mich nach längerem Zögern dazu entschlossen, sie hierher zu stellen. Viel Spaß beim Lesen!
Gewitter
Wolken ziehen auf,
dunkel und bedrohlich.
Ich laufe die Straße entlang.
Spannung liegt in der Luft,
es wird immer düsterer.
Ein fernes Grollen ist zu hören,
tief und durchdringend
wie das Knurren eines hungrigen Wolfes.
Man spürt es mehr, als dass man es hört.
Ich beschleunige meine Schritte.
Der erste Tropfen fällt auf meine Wange,
ein zweiter auf meine Stirn.
Wieder das Grollen,
noch durchdringender als zuvor.
Aus den einzelnen sanften Tropfen
Wird schneidend prasselnder Regen.
Ich beginne zu rennen,
ein ungutes Gefühl macht sich in mir breit:
Angst.
Angst vor etwas Unbeeinflussbarem.
Ein Blitz, hell und deutlich, lässt mich aufschrecken.
Wo ist die Höhle, in der ich mich verkriechen kann?
Ich renne weiter,
Panik schnürt mir die Luft ab.
Ich kann nicht mehr.
Hilflos bleibe ich stehen.
Ich schließe die Augen,
atme tief ein.
Ein weiterer Donner.
Plötzlich werde ich ruhig.
Ich lausche.
Alle Geräusche sind intensiver als kurz zuvor.
Das Pferd, das in meinem Herzen zu galoppieren schien,
angetrieben von Angst und Panik,
wird langsamer,
gezähmt von der plötzlichen Ruhe.
Ich stehe einfach da
Und höre der Natur bei ihrem großartigen Werk zu.
Eine Komposition, die sie nur für mich geschrieben hat,
für mich und alle meine Sinne.
Zeit spielt keine Rolle mehr,
es gibt nur noch mich und dieses gewaltige Schauspiel.
Ich breite die Arme aus,
schaue gen Himmel.
Der Regen fällt herab,
ich bin vollkommen durchnässt.
Aber es stört mich nicht,
denn ich habe mit einem Mal ein Gefühl,
das ich lange nicht erlebt habe.
Ich fühle mich frei!
Dein Auftritt
Du schließt die Augen. Gleich ist es soweit. Wochen und Monate der Vorbereitung sind vorbei. Alles um dich herum verschwimmt. Vor deinem inneren Auge spielt sich alles noch mal ab. Hat es sich gelohnt? Die vielen Stunden der Anspannung? Der ganze Stress?
Dein Herzschlag drückt dir fast den Hals zu. Sekunden vergehen wie Stunden. Du kannst dich nicht bewegen. Dein Magen verkrampft sich. Angstschweiß läuft dir über die Stirn. "Warum machst du das?!", fragt eine Stimme in dir. "Du musst verrückt sein! Lauf weg!"
Aber da weißt du plötzlich die Antwort: Es ist einfach großartig! Du kannst sein, was du sonst nie sein kannst, du hast das Gefühl, fliegen zu können! Und von diesem Gefühl lebst du, es ist der Atem in deinen Lungen.
Dein Stichwort fällt.
Du schlägst die Augen auf. Jetzt kommt es auf dich an. Nur auf dich. Und mit einem Mal bist du ganz ruhig. Alles um dich ist klar und deutlich. Du kannst es, das weißt du.
Und du machst den Schritt. Den Schritt auf die Bretter, die die Welt bedeuten.
Und du fliegst.
Segelflug
Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen,
gleich ist es so weit.
Gleich wirst du alles hinter dir lassen,
wie ein Vogel durch die Lüfte gleiten.
Noch bist du auf festem Boden,
aber jeden Moment wird das Seil anziehen.
Du wartest, die Füße auf den Pedalen, die Hand am Knüppel.
Die Zeit vergeht wie in Zeitlupe.
Jetzt.
Ein Ruck geht durch deinen Körper,
so oft hast du das schon gemacht,
doch jedes Mal breitet sich wieder dieses Kribbeln in dir aus.
Wie bei einer Achterbahnfahrt
Wirst du in den sitz gedrückt.
Wirst immer weiter gen Himmel gezogen,
bis du oben bist.
Ein Handgriff, ein Klicken,
und du bist frei.
Du bist allein, aber nicht einsam.
Nur du, deine Gedanken und deine Freiheit.
Immer weiter schraubst du dich hinauf,
der Wind pfeift sein Lied für dich,
alles unter dir wird winzig klein.
Und das Gefühl, das du verspürst,
ist wie die untergehende Sonne, auf die du zufliegst:
Pures Gold, strahlend schön,
das reinste Glück zwischen Himmel und Erde.
Aber es hält nicht ewig an.
Nach der Landung kannst du dich zwar
Noch an dieses Gefühl erinnern,
doch wenn du es wieder so fühlen willst,
musst du in den Flieger steigen,
die Aufregung vor dem Start hinter dir lassen,
völlig vertrauen und ausklinken.
Erst dann bist du wieder frei,
frei wie die Vögel,
die dich auf deinem Flug begleiten.
Bei Nacht
Ich gehe einen weg entlang, er führt durch einen Park. Hätte ich jemanden bei mir, ich würde ihn fragen:
"Siehst du den Weg? Wie viele Kurven er hat. Aber er geht doch immer weiter, genau wie das Leben."
"Siehst du die Blumen am Wegrand? Nachts schlafen sie, aber sie sind da, die ersten Boten des Frühlings. Ist der Frühling nicht die Jahreszeit der Liebe?"
"Siehst du die Lampen mit ihrem warmen Licht? Wie die Hoffnung das Leben bescheinen sie den Weg."
"Siehst du die Bäume neben dem Weg? Alt, ehrlich und schützend. Was sie wohl alles gesehen haben?"
"Siehst du die Menschen, die an uns vorübergehen? In so einer Nacht gehen nur Verliebte in diesen Park. Verliebte wie wir."
Aber ich bin allein.
Tränen
Die Tränen laufen - unaufhaltsam. Aus den grünen Augen, die Wange herab, bis zum Kinn. Sie benetzen die Haut, nur erschüttert durch ein Schluchzen.
Tränen des Schmerzes? Nein. Tränen der Wut? Nein. Tränen der Angst? Nein. Tränen der Verzweiflung? Nein. Tränen der Trauer? Nein. Aus welchem Gefühl entstehen sie dann? Man kann es nicht beschreiben. Hat es denn einen Namen? Ja.
Man nennt es "Glück"...
Morgengrauen
Dunkelheit, nur unterbrochen vom Schimmern der Sterne. Wir sitzen nebeneinander, schauen uns nicht an, sagen nichts. Wir warten.
Zeit vergeht. Nicht in Minuten gemessen, sondern in Atemzügen, Herzschlägen, in der Nachtluft, im Wind, in der Stille. Wir warten.
Ein Schimmer, ich schaue zum Horizont. Ruhe und Stille umgibt mich. Und du. Ein Windhauch streift meine Wange. Der Bote, den mir die aufgehende Sonne schickt, ein Hauch des Trostes.
Atemzüge. Wimpernschläge. Herzklopfen. Geblendet von Licht – die Nacht ist vorbei, ein neuer Tag beginnt.
Ich spüre, du siehst mich an, beobachte dennoch die Sonne, warte ab.
Wir brauchen keine Worte. Ich weiß, was du denkst, du weißt, dass ich anders denke.
Atemzug. Herzschlag.
Du stehst auf und gehst.
Ich schau dir nicht nach, beobachte die strahlend schöne Sonne.
Eine Träne bahnt sich ihren Weg. Mein Freund der Wind trocknet sie, mit einem Hauch des Trostes und der Hoffnung.
Augenblick
Ein Blick und du fällst. Tief, unendlich tief in ein Meer von Gefühlen ohne jeglichen Halt. Augen wie das Meer, wie der Himmel, ein Feuerwerk entfachend. Ein Feuerwerk von Gefühlen, tausend kleine Explosionen, Träume. Sekunden wie Stunden, kein Zeitgefühl, immer tiefer fallen.
Ein Wimpernschlag, unsanfte Landung. Warten und hoffen auf den nächsten Augenblick.
Ein Gedanke
Getummel Geschrei Gelächter
Ich mittendrin.
Geschubse Gedrängel Gerede
Ich bekomme nichts mit.
Menschenmengen auf dem Platz, manche eilend, rennend, schlendernd.
Ich stehe bewegungslos in der Mitte, alles zieht an mir vorbei, alle Menschen, alles Leben.
Ich nehme nichts wahr. Nichts außer einen Gedanken tief in mir.
Langsam hebe ich meinen Kopf, blicke gen Himmel und flüstere: „Wo bist du?“
Riesenrad
Aufwärts - Nur mit dir. Weiter hinauf, bis ganz oben
Abwärts - Kribbeln im Bauch. Dein Blick, dein Lächeln
Aufwärts - Richtung Himmel, mit den Vögeln fliegen, den Wind in unseren Haaren.
Abwärts - Zur sicheren Erde, dem Duft der Blumen näher. Das Lachen ist unser Lebenselexir.
Aufwärts - Ins unendlich Blaue, auf den Wolken schweben. Lass uns die Sterne berühren!
Abwärts - Nur wir zwei, in unserer eigenen Gondel im Riesenrad des Lebens.
Ansturm
Tränen der Verzweiflung fließen gleich einem Strom. Das Gefühl der Hoffnungslosigkeit liegt schwer wie eine Decke. Worte des Schmerzes zerreißen die Luft. Erinnerungen an schöne Momente lassen die Situation irreal erscheinen. Gedanken an die Zukunft lassen sich nicht unterdrücken.
Das Gefühl der Einsamkeit als lauernder Gegner, ständig zum Angriff bereit, berechenbar unberechenbar. Es scheint keinen Ausweg zu geben, umzingelt von Gefühlen, die schlimmer nicht sein könnten.
Und doch: Irgendwo ganz tief Ein kleines Flämmchen, das unnachgiebig brennt, das dem größten Ansturm der Gefühle standhält, das immer leuchtet.
Es soll lodern, alles in Brand stecken, den Feind zur Flucht zwingen, die Belagerung zerschlagen, den Gegner vernichten und ihn mit seiner Macht niederstrecken! All das vermag nämlich dieses kleine Flämmchen der Liebe…
Sturm
Der Wind weht durch das offene Fenster. Das Rauschen in den Bäumen wird lauter. Ein Windstoß streift meine Haut, will sagen: „Alles wird gut.“
Doch der Sturm in mir wird nicht schlafen und sei die Melodie der Natur noch so beruhigend.
Die ersten Tropfen fallen, zugleich mit meinen Tränen. Spürst du, Sturm, wie ich mich fühle? Tröste mich! Trag mich weit fort! Ordne meine Gedanken! Denn ich kann es nicht.
Meine Gefühle ein Chaos, ich weiß nicht, wie zu sortieren. Was ist das Richtige? Was muss ich tun, um mich wieder gut zu fühlen? Wie lange ertrage ich es noch? Was kann ich nur tun?!
Sturm, sag es mir! Helfe mir! Rette mich! Denn nur du bleibst mir noch in dieser Welt…
Schmerz
Ein Raum. Kahle Wände, blendend weiß, steril mit Fliesen versehen.
Ein markerschütterndes Schluchzen zerreißt die Stille. Da liegt es, zusammengekauert auf dem kalten Boden, dieses kleine Mädchen. Gebeutelt von Schmerz zuckt es zusammen. Wieder und wieder, keine Heilung in Sicht.
Denn der Schmerz sitzt zu tief, keine Salbe könnte ihn lindern, kein Pflaster könnte die Wunde bedecken. Die Tränen fließen wie das Blut der verwundeten Seele.
Von den Wänden hallt er wider, der Gesang des Schmerzes, der Sopran der Verzweiflung.
Plötzlich Stille.
Das Mädchen atmet schwach, erschöpft von der Qual.
Es blickt auf, sieht mich an, und ich erkenne: Das bin ich…
Galopp
Stürmisch wild
wirft er die Mähne zurück,
der starke Hengst,
unbezähmbar.
Das Spiel der Muskeln
deutlich zu sehen
durch das glänzende Schwarz
des Fells.
Sein Galopp:
Ungestüm,
jedes Hindernis bezwingend,
frei!
Damals…
Er wurde In Ketten gelegt,
in Gefangenschaft gequält,
eingesperrt.
Er wurde beraubt
seiner Freiheit,
jedoch nicht dem Drang,
nach Freiheit zu streben.
Denn eines Tages
wird er wieder galoppieren,
frei und ungestüm
wie damals.
Die grausame Erinnerung
wird nie vergessen,
jedoch besiegt sein.
Er wird mit dem Wind
um die Wette rennen,
seine Mähne wird wehen,
seine Sprünge Flüge sein.
In meinen Träumen
wird dieser schwarze Hengst
mit feurigen Augen
immer galoppieren.
Und das Trommeln seiner Hufe
wird Musik in meinen Ohren sein.
Ich werde jubeln,
ihn anfeuern,
dass er renne wie noch nie
und seine gewonnene Freiheit auskoste
bis sein Hufgetrappel
auf immer verstumme
in der weiten Welt
seiner freien Heimat.
Vier Worte
Nur vier Worte,
die alles verändern.
Du sagst sie
so ganz nebenbei,
als seien sie nicht wichtig,
oder als wären sie klar.
Ich sehe dich gehen,
immer weiter von mir entfernen,
hoffe inständig, du drehst dich um,
kommst zurück,
nimmst mich in den Arm,
hältst mich fest.
Aber du gehst,
ich stehe allein da,
verstehe es nicht,
glaube nicht,
dass es so enden soll.
Deine Stimme
hallt in meinem Kopf wider,
wird lauter,
unerträglich laut,
als würdest du neben mir stehen
und mir ins Ohr schreien.
Ich versuche wegzuhören,
halte mir die Ohren zu,
will sie nicht mehr hören,
diese Worte,
die mir Tränen
in die Augen treiben,
die meine Seele
bluten lassen,
die mein Herz
entzwei reißen.
Warum?
Warum ist das so?
Warum sagst du das?
Die vier Worte,
die mich so sehr verletzen…:
„Du bist mir egal.“
Wellen
Sie kommen
auf dich zu,
umspielen deine Füße,
kitzeln,
stehen still,
weichen zurück,
als würden sie gerufen.
Höre hin!
Sie flüstern,
erzählen Geschichten
von Kampf und Sieg
auf hoher See,
von Liebe und Leid
auf der ganzen Welt.
Höre genauer hin!
Sie reden mit dir,
sie kennen dich,
deine Gefühle,
all deine Gedanken.
Ein Rauschen?
Nein.
Ein Murmeln der See!
Höre zu!
Verstehe,
vertraue
und finde Frieden
mit dir und der Welt
dank dem Spiel
der Wellen
an diesem endlos langen Strand
des Lernens und Vergessens.
Hilfe
Nichts als Dunkelheit
vor meinen Augen.
Ich sehe nichts,
weiß nicht, was ich fühlen soll.
Bedrückende Stille,
ein fader Geruch.
Wo bin ich?
Ich fühle mich schrecklich,
weiß nicht, wohin ich soll.
Kein Licht, das erhellt,
kein Feuer, das wärmt –
verloren im Nichts.
Doch da! Ein Licht?
Ganz klein,
ganz weit.
Es flackert, wird größer,
kommt näher.
Zu hell für meine Augen,
ich schließe sie,
spüre schließlich gleißendes Licht vor mir.
Vorsichtig wage ich einen Blick,
die Hände als Schutz vor den Augen.
Das Licht: Eine Gestalt,
hell, als leuchte die Sonne in ihr.
Sie bewegt sich nicht.
Mein Blick wandert hoch
zum Gesicht.
Meine Furcht fällt ab,
als ich das Lächeln sehe.
Eine Hand streckt sich mir entgegen,
ich ergreife sie vorsichtig.
Ich höre nur vier Worte,
gesprochen von einer Stimme,
die alles Glück,
alle Freiheit,
alle Fürsorge in sich trägt:
„Ich bin bei dir.“
Mit einem Lächeln,
das sich ungewohnt anfühlt,
wage ich einen Schritt
und gehe davon –
mit dem Licht,
das mir den Weg zeigen wird,
mit der Stimme,
die mich trösten wird,
mit meinem Engel,
der immer bei mir sein wird.
Sinne
Was höre ich?
Nur Stille, keinen Lärm.
Was sehe ich?
Nur Licht, nicht Dunkelheit.
Was rieche ich?
Nur Duft, keinen Gestank.
Was schmecke ich?
Nur süß. Nicht bitter.
Was fühle ich?
Nichts als Liebe und Geborgenheit.
Denn das Einzige, woran ich denke,
bist du.
Durst
Wo ist es hin,
mein Glück,
meine Geborgenheit,
all meine positiven Gedanken?
Meine Quelle der Freude
ist ausgetrocknet,
die letzten Tropfen
sind versickert.
Nichts mehr da
außer der Durst
nach einem guten Gefühl,
außer dem Drang
zu überleben,
alles durchzustehen.
Egal wie.
Tiefe Risse entstehen
durch die Trockenheit
in meinem Herzen.
Leere.
Nirgends Glück.
In der sengenden Hitze erstickt.
Ich liege da,
am Boden zerstört
keine Kraft zum Schreien,
obwohl ich will,
keinen Tränen zum Weinen,
obwohl ich muss.
Sehe mich,
stehe neben mir,
strecke erschöpft die Hand aus.
Mit letzter Kraft
die Augen öffnend.
Ein flehender Blick,
ein schmerzverzerrtes Gesicht.
Bitte…
Lass mich nicht verdursten…
Ich will doch nur… leben…
Photos
Erinnerungen
auf Papier.
Sie versinkt
in ihrem Anblick,
ist wieder an den Orten,
an denen sie einst war,
mit den Menschen,
die sie liebte.
Lange vorbei…
Ein Hauch der Zeit,
der glücklichen Zeit,
klebt noch auf dem Papier.
Der Geruch des Glücks
haftet an den Bildern,
der damals allgegenwärtig,
heute fast vergessen ist.
Nur beim Ansehen der Photos
erinnert sie sich,
versinkt in Gedanken,
in Geschichten,
in ihrem Leben.
Augenblicke
in schwarz-weiß.
Momente
in sepia.
Ihre Schätze
sind nicht Gold und Silber,
nicht teuer zu bezahlen,
nur Stücke Papier,
dennoch unbezahlbar,
jedes hat seine Geschichte,
die es ihr erzählt,
jedes Mal aufs Neue.
Sie sind das Wichtigste,
was sie besitzt,
denn sie entführen sie
zumindest für kurze Zeit
aus ihrem derzeitigen Leben,
gespickt mit Problemen,
in die Vergangenheit,
in der sie noch leben konnte.
Sie atmet den Duft ein,
schließt die Augen
und ist wieder dort.
Dort, wo sie glücklich war…
Kälte
Der Atem sichtbar, weiße Wolken aus ihrem schönen Mund. Die Lippen blass, ganz starr vor Kälte, geformt zu einem lang ersehnten Kuss.
Ihr Traum Stunde um Stunde, Tag um Tag, dass jemand käme, die gefrorenen Tränen auf ihren Wangen zum Schmelzen zu bringen, sie fortzuwischen mit einer warmen Hand.
Er käme, ihre starren Lippen mit sanftem Atem zu wärmen, vorsichtig zu berühren. Sie zu küssen, bis das Eis in ihr dem warmen Feuer weichen müsse. Dem Feuer der Liebe.
Er würde sie umarmen bis in alle Ewigkeit, bis die kalten Dämonen sich klangen davonmachten, erschreckt von der Wärme, die ihre Liebe ausstrahlt.
Sie schlägt die Augen auf. Die Bestätigung: Gefrorene Tränen, starre Lippen und die unsägliche Kälte tief in ihr.
Verloren in ihrer kleinen Welt hinter einer Wand aus Eis durch die sie jeden sieht, doch verborgen für diese langsam erfriert - vergeblich wartend auf den, der sie wärmen wird.
Vor einem Jahr… (zum 1-Jährigen)
Eine Mauer umschloss ihr Herz. Hart, dunkel, undurchdringbar. Sie wollte sich schützen, Erlebtes vergessen, niemanden hineinlassen, um nicht wieder zu fallen, nicht wieder zu leiden.
Sie hatte es aufgegeben einen Halt zu suchen, jemanden, der sie verstand, der mit ihr lachte, mit ihr weinte, sie tröstete, sie akzeptierte, sie mochte, für sie da war. Kurz: Einen Freund.
Sie hoffte, die Mauer würde sie schützen, sie trennen von den Menschen, die sie umgaben. Sie versteckte sich, machte sich unsichtbar, verschanzte sich hinter ihrer Mauer.
- Bis er kam und eine Tür fand, eintrat und blieb.
...und noch ein Gedicht für und über einen ganz besonderen Freund...
Freunde
Freundschaft.
Nur ein Wort.
Buchstaben hintereinander.
Oder?!
Was ist Freundschaft eigentlich?
Durch dich habe ich es gelernt.
Freundschaft bedeutet Vertrauen
In jeder Situation.
Freundschaft ist unglaublich:
Im kleinsten das Universum
Und im Universum der Halt, den ich brauche.
Wie oft haben wir schon miteinander gelacht?
Wie oft denke ich daran, was wäre, wenn es dich nicht gäbe?
Wie oft hast du es geschafft, mich zum Lächeln zu bringen?
Wie oft muss ich einfach grinsen, wenn ich an dich denke?
Unzählige Male!
Ich blühe auf, wenn ich mit dir rede.
Mit kaum jemandem rede ich so frei und offen.
War ich zuvor noch so verzweifelt und traurig,
du schaffst es, mich aufzubauen!
Du sagst die Worte, die einzigen Worte,
die mir helfen.
Was habe ich so lange ohne dich gemacht?
Ich weiß es nicht.
Aber ich weiß, dass ich dich nie verlieren möchte!